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Reise und Ankunft in Japan

Hallo zusammen

Wie es sich ergeben hat, habe ich nun doch Gelegenheit den ein oder anderen Beitrag in meinen Blog zu posten. Ich werde dies, wie eine Art unregelmaessig gefuehrtes Tagebuch, so auch fortesetzen...

Ich schreibe gerade vom Coputer meines Freundes Manfred aus.
Er lebt in einem Zimmer in einer Art ueberdimensionalen Wohngemeinschaft in TamaPlaza, die ca. von 30 Leute bewohnt wird.

Auch ich durfte hier eines der ziemlich Preiswerten Zimmer fuer 2800 Yen *ca. 25 sfr.-* pro Tag beziehen.

Tamaplaza kann man sich wie eine mittlelgrosse eigene Stadt am Rande von Tokyo selbst vorstellen.

So, ich setze das ganze nun in Tagebuchform fort und werde den letzten Tag *oder die letzten beiden* nocheinmal rekonstruieren...

 

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Nachdem ich mich um 7 Uhr Morgens vom Handy hab aus dem Schlaf reissen lassen, ging es nach den letzten Uttensilien, die noch in die Reisetasche zu werfen waren, auch direkt weiter nach Zuerich zum Airport.

Mein Flug war leider nicht direkt, so musste ich von Zuerich zuerst nach Milan, um dort in eine sehr grosse Boeing Maschine umzusteigen.

Von nun an ging der Flug etwas mehr als 12 Stunden. Ich, bisher nur Minifluege von 2-3 Stunden gewohnt, habe diese Zeitdauer absolut unterschaetzt.
Am Komfort lag es wohl nicht, Alitalia legte auf jedem Platz ein Kissen sowie eine Decke zurecht. Auch die Beinfreiheit war befriedigend.
An der Lehne vor einem befand sich sogar ein kleines Display auf dem Spiele gespielt, Filme geschaut, oder Musik gehoert werden konnte.

 
Nun ja, das Flugzeug hob ab. Bewusst schenkte ich dem Display momentan noch keine Beachtung, da ich mir das rumspielen damit fuer spaeter aufheben wollte.


Ich las, nahm das eher unterdurchschnittliche Mittagessen zu mir und beobachtete die Japaner und ihre mysterioese, wohl in der U-Bahn hart antrainierte Faehigkeit, innerhalb von Sekunden einzuschlafen, wieder aufzuwachen, zu essen, aufs Klo zu gehen und trotz teilweise sehr unangenehmen Krach des Flugzeugs sofort wieder einzunicken.
- Und dies 12 Stunden lang ...

Nach ca. 2.5 Stunden und einem kleinen Spaziergang im Flugzeug  *Ich erinnerte mich an die Worte meiner Mutter : Thrombosegefahr* sah ich mir den ersten Film an : X-Men3. Zwar schon gesehen, allerdings noch nie auf englisch und in schlechter Tonqualitaet.

 Danach machte ich erneut einen Spaziergang durch die Reihen schlafender Japaner und rechnete aus wann ich wohl in etwa schlafen koennen wuerde. Noch ca. 4 Stunden, dachte ich.

Ich sah mir also noch einen Film an, diesmal Piraten der Karibik 2.

Resultat : Kopfschmerzen

 Das Display war also vorerst mal Tabu.
Nun musste es in der Schweiz wohl so gegen 23 Uhr sein, rechnete ich mir aus. Zum schlafen zwar etwas frueh, doch in der letzten Nacht hatte ich ja auch nur etwas mehr als 5 Stunden. Ein Versuch konnte nicht Schaden, bald war die Haelfte der Flugzeit ja schon geschafft und dass die andere Haelfte mich absolut kaputt machen wuerde habe ich da noch nicht erwartet.

- Nach ca. 45 Minuten merkte ich : schlafen lag nicht drin. Muede war ich zwar, aber es war in dieser Position fuer mich einfach nicht moeglich . Obwohl ich Glueck hatte und die Plaetze neben mir frei waren und ich mich ausbreiten konnte, gelang es mir nicht auch nur fuer einen Moment einzuschlafen.

- Die Kompfschmerzen wurden natuerlich noch schlimmer.

Lesen konnte ich nicht mehr, da das Licht bereits abgestellt wurde. Die Idee einen dritten Film zu schauen gab ich nach dem Versuch mir The Lake House anzusehen auf. Die Kompfschmerzen wurden dadurch noch intensiver und der Film war ohnehinn nicht so mein Ding...

Ok, da sass ich nun, hatte noch ca. 7 Stunden vor mir und konnte weder schlafen, noch Fernsehen oder lesen.
Das einzige was mir blieb war alle 30 minuten aufzustehen, mich zu dehnen, ein Glas Wasser zu trinken und mich wieder Hinzuhocken und versuchen zu schlafen. Das dies nicht klappen wuerde, sah ich erst 2 Stunden vor Ankunft ein und liess es bis dahinn nicht unversucht.

Die Person vor mir bewegte sich 1,5 Stunden nach der Abreise keinen Zentimeter mehr, bis er ca. 30 Minuten vor Ankunft, mit einem lauten Gaehnen seine geruhsame Nachtruhe fuer beendet erklaerte.

Schliesslich neigte sich der Flug aber doch dem Ende zu und Alitalia servierte eine halbe Stunde vor der Landung noch rasch ein Fruehstueck, bestehend aus einem Broetchen, Butter, Orangensaft und einem ungeniessbaren etwas, welches eigentlich den Hauptteil darstellte aber von mir Aufgrund Rosinenekel nicht angeruehrt wurde.

Zum Fruehstueck wurde den nicht japanisch aussehenden Gaesten uebrigens noch ein Formular ueberreicht, bei dem es sich nach meiner Einschaetzung ziemlich sicher um das beruehmt beruechtigte ALIEN Imigration Formular handelte. Es fragte mich nach meinem Namen, Wohnort, Adresse, Vorstrafen, und ob ich vor haette Drogen, Waffen oder aehnliches nach Japan einzufuehren.
Nicht ganz komplett ausgefuellt landete das Ding schliesslich in meiner Reisetasche und wartete auf seinen mir noch nicht bekannten Einsatzort.

Nachdem ich nun bereits seit ca. 20 Stunden wach war, wurde es endlich spannend: Die Landung auf Narita und die Ankunft in Japan.

 

 

 

Gerade frisch aus dem Flugzeug gestiegen und durch die Glaspassage nach draussen geschaut erblickte ich den Monsumartigen Regen, der sich noch bis spaet in die Nacht aufrechterhalten wuerde.

Die erste Person die mir ausserhalb des Flugzeugs begegnete, war eine nett aussehende Dame des Flughafenpersonals die mich auf japanisch begruesste und mir froehlich den richtigen Weg mit ihrer Hand wies.

Die Antwort die ich als nicht japanisch sprechender Gayjin noch so oft in diesem Land benutzen wuerde, erlebte ihre Premiere :

Laecheln und nicken.

Hat geklappt, Resonanz war da und auch die naechsten Personen, die anscheinend nur am Weg standen um uns die Richtung zu zeigen reagierten auf meine ausgekluegelte Konversationstechnik positiv und ich legte sie in mein Japan Gespraechs Repertoire ab. * Bisher erfolgreich *

Nun ging es zur Imigration, nicken wuerde hier wohl nicht mehr reichen.
Bereits viel ueber die pingelige Einreise nach Japan gelesen, ging ich etwas nervoes, meinen Pass und das ALIEN Formular bereithaltend auf den gelangweilt wirkenden Herren zu. Auslaender und Japaner wurden hier bereits vom letzten Wegweiser getrennt.

Das Formular hatte ich anscheinend richtig ausgefuellt, blos die Wohnadresse die ich in Japan haben wuerde fehlte, da ich mir darueber ja noch nicht im klaren war. Nun ja, der Herr begnuegte sich auch mit dem Namen meines Bekannten hier in Tokyo, das war geschafft.

Nun ging es noch auf zum froehlichen auf den Koffer warten und danach durch den Zoll. Unangenehm aber hoeflich und korrekt wurde hier meine Tasche durchsucht. Koennte ja sein dass die Zuerich und die in Malpensa Mist gebaut haben...

Dem war nicht so, ich durfte den geschlossenen Bereich des Flughafens verlassen und nun stand es mir frei hinzugehen wo ich wollte.

Als erstes drehte ich eine Runde auf dem Flughafen... Orientierung war angesagt, wo ist was, welche Ausgaenge gibt es, den ersten Getraenkeautomaten gepluendert und mich nach dem Japan Rail Center umgesehen, wo ich meinen Railpass abholen sollte.

Gesagt getan, der Railpass lies sich mithilfe des Gutscheins den ich vorher im Reisebuero bestellt habe einloesen.

 

Nun musste ich ein Busticket nach Tamaplaza loesen. Diesen Namen und die Abfahrtszeiten hatte ich im Vorfeld bereits von Manfred mitgeteilt bekommen. Nichts einfacher als das, dachte ich, sogar mit japanischen Saetzen ausgeruestet, sollte die Dame am Bus Counter kein englisch koennen.
Nun, englisch konnte sie, jedoch war ich bei der falschen Firma. Es gab hier 3 und nur eine fuhr nach Tamaplaza. Bis ich den richtigen Stand gefunden hatte verging, ein guter Moment. Doch danach war es kein Problem mehr. Ticket gekauft, 2800 Yen bezahlt und mich zum Bus Stop 9 ausserhalb des Flughafens begeben.
Speziell: Vor dem Bus war am Boden eine Schlange aufgemalt, in welcher Reihenfolge mann sich anzustellen hatte. Dazu war da ein junger Mann, der unsere Koffer mit Zetteln versehen, uns einen Teil davon ausgehaendigt und im Bus verstaut hatte.


Nun ging es nach Tamaplaza, die Fahrt dauerte geschaetze 2 Stunden. Hier irgendwo hatte ich vereinbart mich mit Manfred zu treffen.

Doch zuerst musste eine Telefonkarte gekauft und ein Telefon gefunden werden. Die Station Tamaplaza war recht gross, aber es war kein Kiosk oder aehnliches ersichtlich.

Hier viel mir zum ersten Mal die extreme Kundenfreundlichkeit auf, die in japanischen Shops wohl ueblich ist. Als ich einen kleinen Haushaltswarenladen betrat, wurde mir ein Becher Kaffe gereicht, mit dem ich mich vom kalten Regen aufwaermen konnte.

Im Laden fragte ich eine der Angestellten auf englisch nach einer Telefonkarte . Dies verstand sie nicht, also beschraenkte ich meine Frage auf das Wort *PhoneCard*. Nach dem zweiten Mal verstand sie mich und antwortete laechelnd mit : Aaah PhoneCardooo. Genau!

Sie fragte eine ihrer Mitarbeiterinnen und verliess daraufhin den Laden.
Ich hinterher, ich sah sie noch in den Regen und um die naechste Ecke rennen. Ca. 30 Sekunden spaeter kam sie ziemlich nass zurueck und beschrieb mir den Weg. Dankend nickte ich ihr mit einem unsicheren Arrigato zu und ging in die Richtung die Sie mir gezeigt hatte.
Sie sagte noch freundlich etwas und verschwand danach wieder im Laden.

Zu dem Zeitpunkt merkte ich dass sie mich missverstanden und mich zu einem Telefon gewiesen hatte. Naja machte ja nichts, die Telefonkarte fand ich spaeter selber und konnte dann Manfred bei der Arbeit anrufen.

Wir vereinbarten einen Treffpunkt und eine Uhrzeit und traffen uns dann nach seinem Arbeitsschluss bei der Tamaplaza Station.

Viel lief an diesem gestrigen Abend nicht mehr, wir gingen noch essen, er zeigte mir das Zimmer dass er fuer mich organisieren konnte und ziemlich bald darauf ging ich auch schon schlafen.

Nach ca. 26 Stunden auf den Beinen konnte ich jedoch trotzdem nur 6 Stunden schlafen und war die halbe Nacht wach im Bett. Diesmal jedoch um einiges angenehmer als im Flugzeug.

 

Nun bin ich Manfreds Zimmer und er ist auf der Arbeit. Ich werde mir jetzt Tamaplaza noch ein bisschen ansehen und irgendwo etwas zu essen suchen.
Heute Abend gehen wir zusammen in die Innenstadt und morgen gehts auf nach Naara. Dort habe ich fuer 3 Tage ein Hotel reserviert. Von da aus will ich dann bis Silvester Kyoto und Okawa besuchen. Auch Naara selbst soll sehr schoen sein.

Am 31.komme ich dann wieder nach Tokyo um mit Manfred zu feiern und in der 2. Woche Tokyo intensiver zu besuchen. 

Wann ich das naechste Mal schreiben kann weiss ich noch nicht, doch dann werde ich auch einige Bilder heraufladen...

Gruss und bis bald !

Sergio
 

27.12.06 03:26
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Edgar (27.12.06 18:23)
Hallo Sergio
Habe gestern einen Japantauglichkeitstest im Net erfolgreich durchfeführt, seither schneutze ich nicht mehr an der Öffentlichkeit und weiss, dass man in Japan nur in erdbebensicher ausgezeichneten Hotels und in Richtung Fluchtweg bereitgestellten Schuhen und Kleidern nächtigen sollte. Wir haben mit Erleichterung deine bisherigen Zeilen gelesen und hoffen, dass du weiterhin einen für dich erfreulichen Aufenthalt bei den Saionagis hast. Gruss Pa


Sonja / Website (27.12.06 19:17)
Hoi mis dierli ...
vermiss di..
ha die Blog jetzt grad dure glese.. mein gott.. so stressig... naja bim erschte mol isches immer schwer alles zfinde^^
ich hoffd as dr nüd passiert. Und das du dich bald wieder meldisch^^
Machs guet. dies Bijou


Evi (29.12.06 14:50)
Hoi Sergio,

Mein allererster Blog-Kommentar. Toll, was du schon alles erlebt hast und dir überhaupt zutraust! Grosi und ich sind bass erstaunt, dass du so viele Wörter kannst - mündlich hast du ja in den bisherigen 19 Jahren nicht so viel herausgelassen :-)



Tokio kenne ich nur vom Hörensagen, dafür habe ich echte Connections: Wir beherbergten ja drei Sommer hintereinander eine Familie aus Tokio - die Frau eine Bekannte aus meinem letzten Englisch-Intensiv-Kurs in Stratford. Lässige, ganz europäisierte Leute, die eben 5 Jahre in London verbracht haben. Falls irgendwelche Stricke reissen sollten - wärst du allenfalls noch froh um die Adresse? Lass es mich wissen - ich möchte die Adresse nicht einfach so ins Netz stellen.



Wir aus Yverdon wünschen Dir noch viele spannende Erfahrungen, und eben: Lächeln und Nicken ist wahrscheinlich immer gut :-)



Viele Grüsse,



Evi & Co


Edgar (30.12.06 15:57)
HOI SERGI, ICH SCHREIBE WIEDER MAL DEUTSCH. DA SONST AUF PORTUGIESISCH NEBEN DEM JAPANISCH DICH NOCH MEHR BELASTEN WUERDE.
GROSSES KOMPLIMENT FUER DEINEN MUT, DIESES ABENTEUER ZU UNTERNEHMEN. MEIN TIP, IN JEDER SITUATION UEBERLEG IMMER WO DU DICH VERSTECKEN KOENNTEST ODER SONST IN SICHERHEIT BRINGEN, FLUECHTEN. BEOBACHTE DIE ANDEREN. BIS BALD BEIJINHO VOM GROSSEN BRUDER

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